Fischerei in der Ostsee (German version)       June 2003

I. Theoretischer Teil

II. Praktischer Teil

III That´s us

IV Bildergalerie / Picture Gallery

 

Interviewing fishermen

1. Einleitung

Die ergiebigsten Fischereigewässer der Hochsee- und Küstenfischerei liegen auf den Kontinentalsockeln, die sich von der Küste aus im Durchschnitt etwa 80 Kilometer ins Meer hinein erstrecken. Diese Gewässer, zu denen auch die Ostsee gehört, sind weniger als 200 Meter tief und in ihnen lebt der größte Teil der Meeresfische, die hier günstige Strömungen und Temperaturen sowie ein reiches Nahrungsangebot vorfinden.

1.1 Arten von gefangenen Fischen in      der Ostsee

Die von der Meeresfischerei gefangenen Fische werden gegliedert in die in der Tiefe und nahe dem Meeresboden sowie in der Nähe der Wasseroberfläche anzufindenden Fische. Fische der zweiten Gruppe wandern gewöhnlich in Abhängigkeit von den Jahreszeiten und leben in Schwärmen. Zu ihnen gehören Sardellen, Sardinen und Heringe. Am Meeresgrund lebende Fische, die so genannten Grundfische, kommen nicht in Schwärmen vor, z. B. Dorsch (Kabeljau), Heilbutt, Seezunge, Schellfisch und Flunder. Der Fang wirbelloser Tiere, meist in seichten Gewässern, macht nur einen geringen Teil des Gesamtertrags aus. Wirtschaftlich von Bedeutung sind u. a. Austern, Miesmuscheln, Kamm-Muscheln und Krabben.

1.2 Methoden des Fischfangs

Die Schalentiere der Tiefsee, z. B. bestimmte Krebstiere und Muscheln, fängt man mit Schleppnetzen. An der Küste werden Austern beispielsweise mit einem so genannten Austernrechen gesammelt. Hummer werden üblicherweise in Fallen aus Holz oder Draht gefangen.
Sonar/Echolot ist zu einem wertvollen Hilfsmittel für das Auffinden, sowie Arten- und Größenbestimmung von Fischschwärmen geworden.
Der gefangene Fisch wird auf Eis gelegt und so für kurze Zeit konserviert. Aus diesem Grund können die Schiffe nicht lange auf See bleiben und müssen deshalb rechtzeitig ihre Ladung löschen. Für längere Fahrten kommen nur Schiffe mit aufwendigen Konservierungseinrichtungen (z. B. Froster) in Frage. Bei den Fangflotten einiger Länder (z. B. Japan) übernehmen große Fischfabrikschiffe lediglich die Verarbeitung des gefangenen Fisches. Der eigentliche Fang wird von kleineren Schiffen bewerkstelligt. Diese Praktiken wurden insbesondere deshalb entwickelt, weil im Zuge eines starken Fischfanges begehrte Fischarten seltener und dann meist nur in entfernteren Gebieten vorkommen.

1.2.1 Fischfangmethoden in der Ostsee

1.) Um 1870: Scherbrett wird für die Fischerei entdeckt; wurde aber erst 50 Jahre später in der Ostsee verbreitet und eingesetzt
2.) Um 1920: Schleppnetze wurden eingesetzt, die zumeist Plattfische
fingen
3.) Um 1930: Beginn der Gespannfischerei an der pommerschen Küste;
Technik: 2 Kutter schleppen gemeinsam ein großes Netz mit relativ hoher Geschwindigkeit; Fang von Dorsch, Hering und Sprotten
4.) Etwa um 1960: Einführung des Rollgeschirrs
- erstmals auf steinigem Grund mit Schleppnetz gefischt
- räumliche Ausdehnung auf nahezu das gesamte Seegebiet
5.) Etwa Ende 1970: Schwimmschleppnetze
- zeitliche Ausdehnung des Tagesgeschehens auf 24 Stunden; Fang: Heringe, Dorsch (in zentraler und östlicher Ostsee)
6.) Um 1985: High-Tech Fischerei
- elektronische Ausrüstung verbessert
- Schleppnetz stärker und fängiger geworden
- Motorisierung der Kutterflotte zwischen 1964 -1988 von 60 auf 180
PS gestiegen
- Fangdauer pro Tag im Mittel von 5 auf 7 Stunden erhöht
7.) Seit 1990: Ausbau einer modernen Stellnetzfischerei
- erneute Intensivierung
- Hering und Sprotten zurückgegangen

1.2.2 Fischfang mit Langleinen

Langleinen bestehen aus etwa 100 bis 300 Meter langen Tauen, an die im Abstand von 1-3 Metern Schnüre mit beköderten Haken angebracht sind. Langleinen werden u. a. zum Fang von Aalen, Lachsen, Dorschen und Rotbarschen verwendet. Es gibt auch Langleinen, die speziell zum Fang von Fischen an der Oberfläche oder auch zum Fang von am Meeresboden lebenden Fischen verwendet werden.

1.2.3 Fischfang mit Grundschleppnetz

Ein Grundschleppnetz (oder Trawl) ist ein trichterförmiges Netz, das an zwei Leinen über den Grund geschleppt wird. Es hat an der Öffnung zwei Scherbretter, die durch ihre Bewegung und den Widerstand des Wassers zur Seite bzw. nach unten gedrückt werden und dadurch das Netz offen halten. Die obere Netzöffnung wird mit Schwimmern offen gehalten. Mit Grundschleppnetzen fängt man Plattfische, Schellfische und Dorsche, aber auch bestimmte Krebstiere und Muscheln. Grundschleppnetze werden wegen der durch sie verursachten ökologischen Schäden von Meeresbiologen kritisiert.


1.2.4 Fischfang mit Stellnetz

Stellnetze werden am Meeresgrund verankert. Sie dienen dem Fang von Grundfischen wie Dorsch und Plattfischen. Meist bringt man mehrere Netze in einer Reihe an.

1.2.5 Fischfang mit einer Ringwade

Eine Ringwade hat einen Umfang von bis zu 300 Meter, sie wird mit zwei Booten kreisförmig um einen Fischschwarm gelegt. Anschließend wird die untere Schnürleine zugezogen und eingeholt. Die gefangenen Fische werden an Deck gehievt. Mit Ringwaden werden u. a. Heringe gefangen.

1.3 Gefährdungen der Fischbestände

1.3.1 Umweltverschmutzung und Überfischung

Die Veränderung der natürlichen Fischgemeinschaftsstrukturen erfolgte vor allem durch Nähr- und Schadstoffeinträge, Flussverbauung, Überfischung und Einführung von Fremdfischarten.
Speziell die Ostsee ist insbesondere in Küstennähe stark mit schädigenden Substanzen verschmutzt, die primär durch häusliche, industrielle und landwirtschaftliche Abwässer in das Meer gelangen. Der Mensch greift daher in die natürlichen Prozesse des Meeres ein.
Unter dem Begriff "Überfischung" versteht man die Reduktion der Fischbestände oder einzelner Arten, die auf eine zu hohe Fischfangmenge zurückzuführen ist.
Aufgrund der verbesserten Technologien haben sich die Fangmengen zwischen 1945 und 1965 verdreifacht und sind dann wieder gesunken (genaue Zahlen sind nicht bekannt). Obwohl es auch natürliche Ursachen für diesen Rückgang gibt, wie beispielsweise Änderungen in den Meeresströmungen, so haben doch in erster Linie die vom Menschen verursachte Umweltverschmutzung und Überfischung zu dieser Entwicklung beigetragen. Vor allem Heilbutt, Hering, Dorsch und Thunfische werden derzeit in zu großen Mengen gefangen.
Durch modernste Technisierung ist es heute möglich sowohl am Grund, als auch im freien Wasser zu fischen. Der Nachteil der Grundfischerei besteht in der erhöhten Umweltverschmutzung und der teilweisen Zerstörung des Seebodens, der Vegetation und zahlreichen wirbellosen Bodentiere. Außerdem werden andere Tierarten durch Beifänge bedroht (z.B. Seevögel und Säugetiere).

1.3.2 Sauerstoffmangel

Fischeier, auch Rogen genannt, schwimmen in Wasser mit einem bestimmten Salzgehalt. In manchen Gebieten liegt dieser aber in Tiefen, in denen das Wasser sauerstoffarm ist. Dieses lässt sich auf nach unten sinkende, abgestorbene Algen, die in der Tiefe abgebaut werden, zurückführen. Für diesen Abbauprozess wird Sauerstoff gebraucht, was zur Abnahme des Sauerstoffgehaltes im Tiefenwasser führt. Dies bedeutet, dass Fischbeständen, die in solchen Tiefen leben oder dort laichen, die Lebensgrundlage entzogen wird. Folglich sterben die Eier ab und es kommt zu einer Verkleinerung der Bestände.

1.4 Fischereirechte

Um die Ausbeutung der küstennahen Fischgründe unter Kontrolle zu bringen, erklärte Chile 1945 zur Begrenzung des Fischfanges durch ausländische Schiffe eine so genannte 200-Meilen-Zone. Heute beanspruchen die meisten Nationen solche "Schutzzonen" (Hoheitsgewässer). Neben den nationalen Fischereirechten regeln verschiedene internationale Abkommen den gewerblichen Fang von Fischen. Auf hoher See gilt völkerrechtlich gemäß dem Grundsatz "Freiheit der Meere" das Prinzip "Freiheit des Fischfangs" für alle Staaten sowie deren Mitglieder.
Wirksame Mittel gegen tierquälende Fischereimethoden sind Verbraucherboykotte und staatliche Importverbote der so gefischten Arten.


1.5 Alternative zur Meeresfischerei

Eine Alternative zur Meeresfischerei besteht in der Fischzucht. Diese kann genau kontrolliert werden und die Zucht von einheimischen Fischen kann zudem wirksamer und billiger Proteine liefern als der Fang frei lebender Fische.

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II. Praktischer Teil


2.1 Einleitung

Unsere Forschungsfrage zum Thema Fischfang in der Ostsee lautete: Was sind die am häufigsten gefangenen und gekauften Fische in der Ostsee und mit welcher Fischfangmethode werden diese gefangen?
Als Hypothese stellten wir folgende auf: Der am häufigsten gefangene und verkaufte Fisch ist der Dorsch. Er wird mit Schleppnetzen gefangen.

2.2 Planung

Zur Untersuchung unserer Hypothese interviewten wir mehrere Fischer an den jeweiligen Häfen, um einen Standortvergleich durchführen zu können. Des Weiteren machten wir digitale Aufnahmen, um das Forschungsthema zu veranschaulichen.

Fragenkatalog für die Interviews:
1) Was für Fische werden gekauft?
2) Verkauf - nur privat oder auch an größere Unternehmen oder
Restaurants?
3) Fangmethoden?
4) Preisbildung - saisonabhängig?
5) Methoden der Ortung der Fische?
6) Beifänge?
7) Rückgang der Fänge?
8) Welche Fanggebiete und Dauer des Fangs/Auslaufzeit?
9) Welche Rolle spielen staatliche Beschränkungen/ ,,Kutterquote"?
10) Heutiger Fang?

2.3 Durchführung

Um einen Standortvergleich durchführen zu können, wählten wir uns zwei Standorte (Travemünde, Niendorf) aus und führten eine Befragung nach gleichen Kriterien durch. Die Fragen umfassten das Thema Fischfang in der Ostsee und reichten von den Fangmethoden, über die Preisbildung, bis hin zum Verkauf der Fische.
Am 12.11.2002 suchten wir gemeinsam mit Frau Rippe, unserer Projektkurslehrerin, den Fischereihafen in Travemünde auf (Bild1). Während einer von uns geeignetes Fotomaterial sammelte, führten die anderen beiden ein Interview mit drei verschiedenen Fischern nach den oben genannten Kriterien. Die Fischer verkauften ihre frischen Waren direkt aus den Schiffen heraus und waren somit zumeist sehr beschäftigt. Doch unsere Fragen beantworteten sie dennoch nebenbei (Bild2, 3 & 4). In Niendorf, am 10.12.2002, war nicht so viel los und die Fischer, die in ihren eigenen Ständen direkt am Wasser ihre frischen Fische verkauften, gaben bereitwillig Auskunft. Nach Abgleichen der Daten aus beiden Orten, kamen wir zu folgenden Ergebnissen:

2.4 Ergebnisse

Die Fischer sind von morgens um 4.00h bis mittags um 14.00 bzw. 15.00h auf See. Manche von ihnen fahren "nur" 10 - 20 Seemeilen raus, also ungefähr bis nach Wismar. Andere fahren auch mal bis nach Dänemark, was bis zu 30 Seemeilen entspricht. Wenn man sich bei dem jeweiligen Fang auf einen Fisch spezialisiert, fängt man diesen meistens mit Schleppnetzen. So kann man sowohl auf Dorsch als auch auf Hering fischen. Ein anderer, nicht spezialisierter Fischer stellte 15 x 25m lange Stellnetze auf und unterstützte seinen Fang durch ein paar wenige Reusen. Wenn man nur eine Sorte Fisch fangen möchte, ist man auf technische Geräte, wie z.B. das Echolot, angewiesen, um die Schwärme zu orten. Anderenfalls verlassen sich die Fischer auf ihre Erfahrung.
Jährlich ist nur ein Fang von 13 Tonnen Dorsch erlaubt. Der Rest geht an die Fischgenossenschaft. Diese Beschränkung nennen die Fischer "Kutterquote".
Gefangen werden überwiegend Dorsch, Hering, Butt, Plattfisch und Sprotten (Bild 5 & 6). Während der Fang von Dorsch jedoch saisonabhängig ist, können Heringe das ganze Jahr über gefangen werden.
Der Preis der Fische ist von vielen Faktoren abhängig. Die Vielfalt der Fische, ihre Qualität, aber auch das Wetter spielen hierbei eine Rolle. In Zeiten mit vielen Feuerquallen oder vielen Algen, die das für die Fische wichtige O2 verbrauchen, gibt es weniger Fische und somit steigt der Preis. Generell ist der direkte Verkauf nach dem Einlaufen in den Hafen aber lukrativer als der Verkauf über die Fischgenossenschaft. Der Gewinn ist dann fast 3x so groß. Dennoch geht der größte Teil der gefangenen Fische an die Genossenschaft. Nur wenige Fischer verkaufen ihre Ware zusätzlich an Restaurants in Bad Oldesloe, Lübeck oder auch Berlin.
Ein Rückgang der Fische sei, nach Angaben der Fischer, nicht zu verzeichnen. Es ist nur abhängig vom Wetter (z.Z. der Befragung herrschte "Dreckzeit" mit vielen Algen). Außerdem ändert sich die Fangquote von Jahr zu Jahr. Diesen Sommer soll es besonders gut gewesen sein, was für die Fischer daraufhin deutet, dass der Herbst
wieder schlechtere Zeiten bringen wird.
Beifänge gibt es bei den meisten Fischern nicht und wenn, dann werden die lebenden Tiere wieder über Bord geworfen und die bereits toten Tiere der Küstenwache gemeldet.
Unsere Hypothese wurde durch unsere Untersuchung teils bestätigt, teils widerlegt. Der Dorsch wird zwar mit Schleppnetzen gefangen, ist aber nicht eindeutig als häufigster Fangfisch zu klassifizieren. Der Hering wurde gegenüber dem Dorsch von vielen Fischern bevorzugt gefangen. Eine eindeutige Bestimmung der Hypothese ist aber nicht möglich.


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That`s us

Sven,                Sebastian         and      Felix

That`s us at our "Mare Nostrum" project. Our research-question dealt with the most captured and sold fish and the methods of capturing them. As we picked any fish for our hypothesis, to compare the results of our research with the hypothesis, it was less surprising that it confirmed to be either right and wrong in the end.

The picture shows us at work - we`re just about to interview a friendly fisher."We" that is to say Sven, Sebastian and Felix. The three of us are in the same year, accordingly on the same school, the "Johanneum" in Luebeck.

Sebastian
I´m 19 years old and I´just passed my A-levels in maths and arts . I´m keen on playing basketball and I´m looking forward to study architecture in Freiburg /Germany.

Sven
I`m 20 years old. My favorite subjects are physics and arts. In my spare time I do a lot of sport, especially hockey and windsurfing. Furthermore I like to meet with friends or making party with them. After school I`d like to study medicine. I`ve got two sisters and two brothers.

Felix
I´m 19 years old. My main courses in school are Englisch and history, which does not mean that I do best at those! I`m not one of those athletic guys, but I used to row. In my free time I prefer to sleep, I like reviewing all kinds of movies or testing myself at some freaky designwork on my computer. I am a real optimist - my glass is always half full! As regards saying what one thinks, I do have some serious friends (some pretend to be) and some, who don`t like me at all or call me complicated. But I`ve got my own mind, This is also where my spontaneity comes in - hence I don`t care what others say. Furthermore I enjoy hanging out with some friends, which indicates my lazy character. So that`s the real me: lazy, spontaneous, honest, and always tired!

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